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Letztes Update: 26.11.2007

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Winterhafen


Die sogenannte Winterhafenbrücke war einst DAS Bindeglied zwischen der K.K. Donau-Uferbahn und der Kaiserin Elisabeth Westbahn. Dieser Streckenabschnitt wurde bis 05. August 1914 auch von der Wiener Stadtbahn befahren. Als Beispiel sei die Route Westbahnhof - Penzing - Speising - Inzersdorf - Rothneusiedel - Ober-Laa - Klein Schwechat - Kaiser-Ebersdorf (Albern) - Praterspitz - Donauquai - Zwischenbrücken - Heiligenstadt angeführt.

Die Eisenbahn mußte hier zwei "Gewässer" überbrücken, einerseits den Freudenauer Winterhafen, andererseits den Donaukanal. Dies geschah mit zwei eingleisigen Brücken, die 1880 erbaut wurden.

In diesem Bereich waren auch drei Bahnhöfe zu finden, einerseits nördlich des Hafens (ca. dort, wo sich heute das neue Donaukraftwerk befindet) die Station Praterspitz. Südlich des Donaukanals auf Höhe der Landwehrstraße muß sich die "Station Kaiser Ebersdorf" befunden haben. Schließlich befand sich noch nahe dem Münnichplatz die "Haltestelle Kaiser Ebersdorf".

1945 wurde die Brücke dann gesprengt und bis heute nicht mehr wieder aufgebaut.
Auch heute würde diese Brücke ungeahnte Vorteile bieten. Diverse Güterzüge müßten nicht mehr durch dicht bebautes Stadtgebiet fahren (Vorortelinie, Speising), auch der in letzter Zeit öfters geforderte Schnellbahnring rund um Wien wäre dann endlich wieder möglich. Die S45 könnte dann - wie die einstige Stadtbahn - weiter bis Kaiser Ebersdorf fahren und diesen Stadtteil mit dem Norden der Stadt und Meidling verbinden, und ihn so wieder weiter ins Stadtzentrum rücken.

Daß bis dahin noch ein sehr, sehr weiter weg ist, sollen unsere Bilder vom Sommer 2003 zeigen. Klar, die Wiedererrichtung der Winterhafenbrücke steht im neuen Generalverkehrsplan, doch wie so oft passiert in Wirklichkeit das Gegenteil. So werden die Gleise an der Donau immer weniger. Dort, wo voriges Jahr noch Schienen lagen, befinden sich jetzt LKW-Parkplätze. Und durch die neue Brücke zur Kraftwerksinsel scheint die Wiedererrichtung auch nicht gerade einfacher geworden zu sein. Allerdings sind die Gleise dies- und jenseits der ehemaligen Brücke (so ferne noch vorhanden) noch immer in Betrieb!

Zur Orientierung der Plan der Gegend. Zur weiteren Erleichterung haben wir eingetragen, wo und in welche Richtung die Kamera bei jedem Bild geblickt hat. Blau: Bestehende Gleise. Grün: Diese Gleise müßten wieder-errichtet werden.
(Plan: © Gemeinde Wien, Wien-Grafik Redaktion)



Bild 0: Von der Autobrückenrampe aufgenommen. Irgendwo hinter diesen Büschen muß auch die Eisenbahnbrückenrampe gewesen sein. Die Natur hatte fast 60 Jahre Zeit, das Gebiet zurück zu erobern.
(Photo: Stefan Schedl, Sommer 2003)



Bild 1: Alles, was von der Brücke noch übrig ist, sind drei Brückenpfeiler. Hier sehen wir das Hafenbecken.
(Photo: Stefan Schedl, Sommer 2003)



Bild 2: Auf dem dünnen Grat zwischen Hafen und Donaukanal.
(Photo: Stefan Schedl, Sommer 2003)



Bild 3: Etwas näher diese Aufnahme. Der Zahn der Zeit nagt.
(Photo: Stefan Schedl, Sommer 2003)



Bild 4: Blick in die Gegenrichtung. Autobrücke gibt es, auf die Eisenbahn hat man wie immer vergessen.
(Photo: Stefan Schedl, Sommer 2003)



Bild 5: Versteckt hinter Bäumen der dritte Brückenpfeiler, gleichzeitig Abschluß des Bahndamms zwischen Donaukanal und Alberner Hafenzufahrtsstraße.
(Photo: Stefan Schedl, Sommer 2003)



Bild 6: Hoch oben beginnt der Bahndamm, auf dem schon ein Baum wächst.
(Photo: Stefan Schedl, Sommer 2003)



Bild 7: Interessant diese "Lager", auf denen die Brücke ruhte. Der Photograph tat sich schwer mit dem Erklimmen des Bahndamms, für seinen Hund war es natürlich eine Leichtigkeit.
(Photo: Stefan Schedl, Sommer 2003)



Bild 8: Blick wieder Richtung Süden. Der Bahndamm ein Naturparadies. Die vielen Büsche hier reichen schon bis zum Becken, Bäume mitten im Weg machen das Weiterkommen nicht einfacher.
(Photo: Stefan Schedl, Sommer 2003)



Bild 9: Ein Busch und ein Baum versperren den Weg.
(Photo: Stefan Schedl, Sommer 2003)



Bild 10: Mit Müh und Not überwindet man auch diese Sperre, dahinter siehts schon wieder etwas besser aus.
(Photo: Stefan Schedl, Sommer 2003)



Bild 11: Der Große Schrecken! Irgend etwas Hartes ist plötzlich am Boden zu finden. Es handelt sich um eine vollkommen verrostete Schiene! Leider kaum zu erkennen.
(Photo: Stefan Schedl, Sommer 2003)



Bild 12: Es ist kein Weiterkommen mehr möglich, deshalb wird der Bahndamm wieder verlassen. Im Gebüsch finden sich weitere Schienenleichen. Wie lange die hier wohl schon liegen?
(Photo: Stefan Schedl, Sommer 2003)



Bild 13: Hier erreicht der Bahndamm die Alberner Hafenzufahrtsstraße.
(Photo: Stefan Schedl, Sommer 2003)



Bild 14: Blick in die Gegenrichtung. Unglaublich, wie bewachsen hier schon alles ist.
(Photo: Stefan Schedl, Sommer 2003)



Bild 15: Dieses Gleis war noch einige Zeit in Betrieb. Das Gleis unter uns ging in Gegenrichtung einst zur "Station Kaiser Ebersdorf", in den letzten Jahren reichte es sogar noch zu den Entsorgungsbetrieben Simmering. Im Sommer 2003 war es aber unterbrochen (Bild 20). Dort, wo die Bäume stehen, muß früher das Gleis zur Winterhafenbrücke gelegen sein.
(Photo: Stefan Schedl, Sommer 2003)



Bild 16: Im Verlauf des Fußwegs "Neu Albern" gibt es zwei Brücken. Eine unbewachsene (für das Gleis vom vorigen Bild) und diese total bewachsene für unsere Winterhafenbrückenbahn.
(Photo: Stefan Schedl, Sommer 2003)



Bild 17: Obwohl es absolut keine Anzeichen mehr dafür gibt, muß hier irgendwo die Vereinigung der beiden Gleise gewesen sein.
(Photo: Stefan Schedl, Sommer 2003)



Bild 18: Etwas weniger gezoomt.
(Photo: Stefan Schedl, Sommer 2003)



Bild 19: Nahe der Autobahnbrücke. Einfahrtsbereich in die Haltestelle Kaiser Ebersdorf. Auf dem Linken Gleis, weiter hinten, stehen einige moderne Post-Waggons, ein Zeichen dafür, daß dieser Streckenabschnitt sehr wohl noch in Betrieb ist.
(Photo: Stefan Schedl, Sommer 2003)



Bild 20: Im Bereich der Zinnergasse fanden im Sommer 2003 Bauarbeiten statt. Das Gleis, das bis zu den Entsorgungsbetrieben Simmering reicht, war zu diesem Zeitpunkt unterbrochen.
(Photo: Stefan Schedl, Sommer 2003)



Bild 21: Blick in Richtung Hafen. Dort herrscht noch Hochbetrieb.
(Photo: Stefan Schedl, Sommer 2003)