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Erklärungen zu den Liniensignalscheiben


Die Liniensignalscheiben der Wiener Straßenbahn bestehen aus einem kreisrunden Eisenblech von 2 mm Stärke und 350 mm Durchmesser. Geringfügige Abweichungen der Blechstärke, von etwa 1,75 mm bis 2,5 mm, sind immer wieder vorgekommen. Die jeweiligen Signalbilder wurden entweder ausgebohrt und ausgeschnitten oder aber mit verschieden langen Stanzen herausgestanzt. Bei beiden Methoden war noch viel Nacharbeit mit der Feile notwendig. Oben war ein Haken, links und rechts Anschläge gegen das Verdrehen in der Dachlaterne angenietet. Die derzeit gängige Methode ist das Herausbrennen mittels rechnergesteuertem Plasmaschneider, wobei Haken und Anschläge gleich mitgeschnitten werden und die nur wenig Nacharbeit erfordert.

Die Signalscheiben der Wiener Stadtbahn bestanden ebenfalls aus 2 mm dickem Eisenblech und wiesen eine Breite von 370 mm bei einer Höhe von 255 mm auf. Die Ecken waren mit einem Radius von 30 mm abgerundet. Oben mittig war ein Haken angenietet.

In der Linienübersicht werden alle jemals im Linienverkehr verwendeten Liniensignale gezeigt und zwar jeweils in der zuletzt in Verwendung gelangten Form. Bei den einzelnen Linien werden, soweit bekannt und vorhanden, alle Versionen abgebildet und zwar in der Reihenfolge ihres Erscheinens. Auch umstellbare Signale oder nachträglich durch Zuschweißen entstandene Scheiben werden angeführt. Grundsätzlich nicht berücksichtigt wird die Anbringung des Balkens zum Durchstreichen des Liniensignals, sofern damit nicht eine Änderung des Signalbildes durch Abdecken eines oft auch nur kleinen Teils desselben verbunden ist.

Die durch Verschieben umstellbaren Scheiben weisen bei abgedeckter Hunderterstelle ein kleines, aber mittig angeordnetes Signal auf. Signale mit durch Balken abdeckbare Hunderterstellen erkennt man an der außermittig angeordneten Signalnummer. Lediglich der asymmetrische 18er kam durch Zuschweißen der Hunderterstelle zustande, da es niemals umstellbare 18/118er-Scheiben gab. Darüberhinaus gab es auch einige 18er-Scheiben, die durch Zuschweißen der Einerstelle von 181ern entstanden sind. Die extrem außermittig angeordneten Signale 5, 31, 78 und 80 resultieren aus mit Abdeckklappe versehenen Scheiben, die wahlweise auf „5“ oder „31“, bzw. auf „78“ oder „80“ gestellt werden konnten. Außerdem gab es noch Signale, deren Index „K“ und in einem Fall (H2) auch „2“, mittels einer Klappe abgedeckt werden konnte. Das jeweilige Signal steht in abgedecktem Zustand ebenfalls links von der Mitte. Das Nonplusultra war die umstellbare 25/25R/25K-Scheibe die durch Klappen alle drei Signalbilder ermöglichte. Bei den 24K- und den 24R-Scheiben wurden nach Auflassung der Linien die Indexbuchstaben mittels aufgenieteten Blechplättchen abgedeckt.

Die Überschrift „alt“ über den jeweiligen Liniensignalbildern und im Dateinamen bedeutet, daß die Scheibe aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg stammt, die Überschrift „neu“ aus der Zeit danach. Wobei das nicht ganz so stimmt, da auch nach dem Zweiten Weltkrieg bis etwa 1959 noch Scheiben nach den alten Zeichnungen angefertigt wurden, obwohl die erste neue Zeichnung bereits aus 1950 datiert. Jedenfalls wurden nach 1959 alle Scheiben nur noch nach neuen Zeichnungen angefertigt. Die dem Dateinamen des Signalbilds, beziehungsweise dem Zusatz „alt“ oder „neu“, folgende Ziffer bezeichnet die Reihenfolge der Variationen.

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